Historisches

Wer als erster die geniale Idee hatte, eine Linse nicht vor das Auge, sondern direkt auf die Hornhaut zu setzen, ist nicht bekannt. Ebenso sind Ort und Zeitpunkt dieser Erfindung unbekannt. Wir wissen nur, dass die Forscher Kalt, Fick und Müller als erste kleine Glaslinsen auf erkrankte Augen setzten und als "Kontaktbrille" tragen ließen. Doch immer wieder kam es zu schweren Störungen des Hornhautstoffwechsels, die Versuche scheiterten auf Dauer oft infolge schwerer Reizerscheinungen. Die ersten brauchbaren Kontaktlinsen wurden vor mehr als 100 Jahren hergestellt. Es handelte sich dabei um sehr große Haftschalen aus Glas, mit denen verschiedene entzündliche und degenerative Augenerkrankungen behandelt werden sollten. Ein Ausgleich der Fehlsichtigkeit wurde erst dann möglich, als es gelang, die Linsen mit der nötigen Präzision einzuschleifen. So entwickelte man erst um 1900 Kontaktlinsen zum Ausgleich der Kurzsichtigkeit. Die ältesten Linsen waren noch extrem groß, sie bedeckten die gesamte Hornhaut und einen Teil der Lederhaut. Das Ein- und Aussetzen war für den Betroffenen eine wahre Tortur, außerdem gefährdeten Ernahrungsstörungen unter der Linse das Auge. Aus diesem Grunde wurden immer kleinere und dünnere Linsen konstruiert und angepasst. Der große Siegeszug der Kontaktlinsen begann erst in den 40er Jahren, als in Amerika nach Erfindung von durchsichtigen Kunststoffen kleine, harte Homhautlinsen entwickelt wurden. Als Anfang der 60er Jahre schließlich die Synthese weicher, wasserspeichernder Kunststoffe gelang, konnten auch flexible Kontaktlinsen hergestellt werden. Bei der Kontaktlinse, die auch als Haftschale bezeichnet wird, handelt es sich um eine dünne, uhrglasförmige, randgeschliffene Linse, die direkt auf das Auge gesetzt wird und daher sowohl für den Nutzer als auch für die Mitmenschen nahezu unbemerkt bleibt. Sie kann aus starrem oder flexiblem, neuerdings auch aus quellfähigem Kunststoff oder aus Glas gefertigt sein. Dabei gibt es entsprechend ultradünne, weiche, halbweiche und harte Kontaktlinsen. In der Regel werden sie anstelle einer Brille zur Korrektur der Sehkraft eingesetzt, es gibt jedoch auch sogenannte Printlinsen, die eine bemalte oder bedruckte Vorderfläche mit zentraler Pupille besitzen und aus kosmetischen Gründen oder als Blendschutz bei nicht vorhandener oder nicht pigmentierter Regenbogenhaut (z.B. bei Albinismus) eingesetzt werden.